Mittwoch, 9. März 2016

SOLIDWORKS bei der Gesellschaft für Planung, Maschinen-und Mühlenbau Erhard Muhr mbH

Seit über 50 Jahren steht das Familienunternehmen Muhr für Qualität in Wasserkraft-, Prozesswasser-und Schüttguttechnik. Heute beliefert Muhr weltweit führende Unternehmen aus verschiedensten Bereichen, wie Energie, Chemie, Food, Zement/Kalk/Gips, Anlagenbau und natürlich Mühlenbetriebe.



Bernhard Rosenberger und Andreas Bartl bauen gerade „den größten Rechenreiniger der Welt“. Es gibt keine Norm, die die Größe eines Rechenreinigers definiert, da sie in Form und Größe, entsprechend der Aufgabenstellung, zu unterschiedlich sind. Sicher ist jedoch, dass eine solch gewaltige Anlage noch nie gebaut wurde. Das „baggerähnliche Ungetüm“ wird gerade vor der Firma in Brannenburg aufgebaut.

270 Tonnen schwer, über 36 Meter hoch, eine Spurweite von 9 Metern (der Kran fährt auf Schienen), der Drehkranz befindet sich auf 9 Meter Höhe, die gesamte Auslegerlänge beträgt mit ausgefahrenem Teleskop mehr als 60 Meter! Das sind die beeindruckenden Parameter, die von Bernhard Rosenberger als Projektleiter und Andreas Bartl als Konstrukteur zur Realisierung für den Rechenreiniger umgesetzt werden mussten. „Obwohl wir noch nie so ein gewaltiges Projekt realisiert haben, entschieden wir uns innerhalb von wenigen Minuten, dass wir die Sache anpacken. Es war die Herausforderung, etwas so großes zu schaffen, die uns anspornte!“, berichtet Herr Rosenberger.

Zum Einsatz kommt der Rechenreiniger ab dem kommenden Sommer in Neufundland (Kanada) am „Lower Churchill River“. Dort entsteht gerade ein riesiges Wasserkraftwerk. Der dort erzeugte Strom wird über Kabel, welche am Grund des Meeres verlaufen, in die USA geliefert.

Die Auslegung des Rechenreinigers war eine große Herausforderung. Schwemmgut, Treibholz, mitunter auch riesige Bäume, sammeln sich vor den Rechen am Turbineneinlass an und müssen aus dem Wasser gehoben werden. Dabei muss der Greifer auch gegen die starke Strömung kämpfen. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor ist die Windlast, die auf den Riesen wirkt.
Ebenso arbeitet die Anlage als fahrbarer Portalkran. Turbinen müssen für Wartungs-oder Reparaturarbeiten zugänglich gemacht werden – dazu werden vor der Turbine mit dem integrierten 50 ToHubwerk sogenannte Dammtafeln versenkt, welche den Wasserstrom blockieren.

Die Auslegungsarbeiten erfolgten nach bewährtem Prinzip: Der Handskizze folgt ein 2D Entwurf, dann wird ein 3D Dummy erstellt. Am Dummy erfolgen die Dimensionierung und die Bestimmung der Blechdicken mit SOLIDWORKS Simulation. Anschließend wird im Detail konstruiert. Die abschließende Statik-Freigabe erfolgt von zugelassenen Prüfern (die noch nie gravierende Mängel zu beanstanden hatten.)
Eine große Herausforderung stellt die extreme Kälte am Einsatzort dar. Minus 40 Grad sind im Winter „Standard“. Diese Kälte zwang das Team u.a. zu einer trickreichen Entwicklung, mit deren Hilfe die Hydrauliktemperatur erhöht wird.

Die kalten Wintermonate machen ein Arbeiten auf der Baustelle in Kanada nahezu unmöglich. Die Baufirma veranlasste deshalb eine ungewöhnliche Maßnahme: vorab wurde eine riesige Halle über dem Fluss errichtet. Diese Halle wird beheizt und ermöglicht somit eine Bauphase jenseits der kurzen Sommermonate. Nach Fertigstellung wird die Halle wieder zurück gebaut.

Die Einhaltung der kanadischen Normen ist zwingend. Das stellte die Mechanik- und Elektrokonstrukteure vor großen Aufgaben. So können, von der Lampe bis hin zum banalen Kabelbinder, nur entsprechend zertifizierte Teile eingesetzt werden.


Auch der Dokumentationsaufwand für das gesamte Projekt ist enorm, Bernhard Rosenberger berichtete von mehreren tausend E-Mails… Nach der Montage- und Funktionsprüfung wird der Rechenreiniger zerlegt, mit Spezialtransporten in den Hafen und per Schiff zum Einsatzort gebracht.

Aufregend und spannend wird für Bernhard Rosenberger und Andreas Bartl die Inbetriebnahme vor Ort, denn ein realer Test ist im beschaulichen Brannenburg vorab nicht möglich.

Bereits seit dem Jahr 2001 setzt die Firma Muhr auf SOLIDWORKS. Die Effizienz beim täglichen Arbeiten wird zuhöchst geschätzt: „nach wie vor wird das CAD System Tag für Tag mit Freude und Motivation eingesetzt!“, berichtet Andreas Bartl. Unterstützt wird die Firma Muhr dabei vom ersten Tag an von der MB CAD GmbH.


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