Freitag, 15. April 2016

SOLIDWORKS bei der Munich Composites GmbH

Die Munich Composites GmbH ist ein innovatives Unternehmen aus München mit Produktionsstätte in Ottobrunn. Sie haben ein System entwickelt, mit dem sie CFK Komponenten automatisiert fertigen können.


Munich Composites fertigt professionelle Hockeyschläger „Made in Germany“.



Viele Carbon-Produkte werden heute auf Grund der umfangreichen Handarbeit, die beim klassischen Herstellungsprozess anfällt, in Billiglohnländern hergestellt. Munich Composites, eine junge Münchner Firma, holt nun Arbeitsplätze nach Deutschland zurück – deren Produkte sind auf Grund automatisierter Prozesse mit gleichbleibend hoher Qualität wettbewerbsfähig. Christoph Schranz, Entwicklungsingenieur, und Martin Stoppel, der kaufmännische Leiter, gaben uns am Beispiel eines Hockeyschlägers einen Einblick in die Herstellung.


„Der Schläger war“, so schilderte Herr Schranz, „als CAD-Modell vorgegeben, die Form wurde von Profispielern optimiert.“ Der technische Anspruch: hohe Belastbarkeit bei geringem Gewicht, große Bruchstabilität, kein Absplittern von Harz, gleichbleibende Qualität und ein wettbewerbsfähiger Preis.

Die Münchner haben die Aufgabe gemeistert, indem um einen Schaumkern mit einer Maschine Carbonfäden geflochten werden.

Der Kern wird dabei von Robotern durch die Flechteinheit geführt – so wird eine gleichbleibende Qualität erreicht. Anschließend wird der umflochtene Schaumkern automatisiert in eine Negativform gelegt, in die Harz injiziert wird. Das Harz verbindet sich mit den Carbonfasern und härtet aus – der Hockeyschläger ist fertig! 

Ein hochperformantes Harz mit einer optimalen Harzdicke ist für die Produktqualität entscheidend, da minderwertige und zu dicke Harzschichten absplittern würden.

Das Flechten muss prozessbedingt auf die wechselnden Querschnitte des Schlägers angepasst werden. Dies hat zur Folge, dass auch der Schaumkern auf variable Maße adaptiert werden muss. Der Schaumkern wird vorab in einer separaten Form erzeugt und verbleibt im Fall des Schlägers im Produkt.

Zur Konstruktion der Produkte und der Formen wird SOLIDWORKS verwendet. Dabei wird größtenteils mit Flächen konstruiert, das Erstellen von Trennlinien und Trennflächen stellt dabei eine besondere Herausforderung dar. „Auch, wenn wir manchmal mehrere Wege ausprobieren müssen, kommen wir mit SOLIDWORKS immer und schnell an unser Ziel“, berichtete Herr Schranz, Entwicklungsingenieur bei Munich Composites.

Hockeyschläger werden heute oftmals in Fernost hergestellt. Herkömmlich werden getränkte Carbon-Matten in Handarbeit in eine Negativform gelegt. Dies ist zeitaufwändig, weiterhin schwankt die Qualität, die wesentlich vom Arbeiter abhängt


Das Team um Martin Stoppel hat mit dem vorstehend beschriebenen Verfahren „Made in Germany“ wieder wettbewerbsfähig gemacht! Bei Munich Composites werden in dem Verfahren nicht nur Hockey Schläger gefertigt, sondern auch Lenker, Rahmenbauteile, Stabilisatoren und auch Fahrräder der Marke „BRAID Bikes“. Die Hightech Bikes bringen nur 4,9 kg auf die Waage.


Munich Composites wurde bereits mehrfach als innovative Firma ausgezeichnet. Wir bedanken uns bei der Munich Composites GmbH für die Zusammenarbeit und das Vertrauen in uns und wünschen weiterhin viel Erfolg.

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