Freitag, 3. Februar 2017

SOLIDWORKS Multiproduct bei der Hawle Armaturen GmbH

Die Firma Hawle Armaturen GmbH aus Freilassing zählt zu den führenden Herstellern auf dem Markt für Armaturen, Schieber, Fittings, Flansche, Ventile und Formstücke. Ein „Klassiker“ ist der Oberflurhydrant – bei der Entwicklung der neusten Baureihe kam fast das gesamte SOLIDWORKS Produktportfolio erfolgreich zum Einsatz. 

 

 
„Die große Herausforderung bei der Entwicklung von Hydranten“, berichtet Herr Frey, „liegt in der Erreichung der per Norm vorgegebenen Durchflusswerte, denn schlussendlich muss jeder Typ von einem akkreditierten Prüfinstitut freigegeben werden. Zur Erreichung des hohen Standards mussten sich früher im Zuge der Entwicklung in mehreren Schleifen Prototypen auf dem Teststand beweisen. Entsprachen die Ergebnisse nicht den Vorgaben, musste empirisch entwickelt werden. Mit Erfahrung und bestem Wissen und Gewissen wurden die Prototypen konstruktiv weitergetrieben und beauftragt, in der Hoffnung, dass der nächste Gang auf den teuren Teststand die gewünschten Veränderungen mit sich bringt. Die Entwicklungszeit zog sich deshalb, von der ersten Idee bis zum freigegebenen Produkt, bis zu fünf Jahre in die Länge.“

Heute werden die Hydranten intensiv virtuell getestet. Dazu kommt als Strömungssimulationsprogramm SOLIDWORS Flow Simulation zum Einsatz. Die Ergebnisse der CFD-Software geben Aufschluss über die Durchflusswerte, über den Druckverlust und auch über die kavitationskritischen Bereiche. Die Erkenntnisse werden in die SOLIDWORKS CAD-Daten eingearbeitet.

Eine Neuberechnung, die in der assoziativen Suite auf Knopfdruck gestartet werden kann, zeigt innerhalb von Stunden die Auswirkungen der Änderungen. „Der Einblick in das Simulationsmodell liefert uns jeden Morgen neue Erkenntnisse, die wir wieder einarbeiten“, berichtet Herr Frey, „wir konnten so in eine völlig neue Qualitätsdimension vordringen.“

Der Gang auf den Teststand ist zum Ende der Entwicklung zur Freigabe unumgänglich – heute wird dieser als letzter Schritt einmalig beim Prüfinstitut angetreten. Die Freilassinger wissen mittlerweile aus der gewonnen Erfahrung, dass die virtuellen Ergebnisse mit den Ergebnissen des Prüfstandes innerhalb geringster Abweichungen identisch sind.


Alle relevanten Bauteile werden bei Hawle selbstverständlich auch auf die statische Festigkeit geprüft und entsprechend optimiert. Das wirkt sich sehr positiv auf das Gewicht, auf die Kosten und auf das funktionale Design aus.
Der Absperrkörper im Hydranten bekommt zur Abdichtung eine gummierte Oberfläche – hier kommt zur Überprüfung der Machbarkeit SOLIDWORKS Plastics als Spritzgusssimulationssoftware zum Einsatz.


Beauftragte Bauteile für die Prototypen werden bei der Anlieferung zur Prüfung gemessen. Die Dokumentation dieser Arbeit wird mit SOLIDWORKS Inspection erledigt. Bilder für die Homepage und für Prospekte werden mit SOLIDWORKS Visualize erzeugt.

Montage- und Bedienungsanleitungen sowie Videos für die Produkte werden mit dem SOLIDWORKS Composer in beeindruckender Qualität erstellt. Die hausinterne Fertigung wurde kürzlich auf SolidCAM umgestellt. Alle Arbeiten erfolgen auf Basis der SOLIDWORKS-
CAD-Daten assoziativ. 

Das Ergebnis kann sich sehen lassen – heute ist für die Entwicklung einer neuen Gerätegeneration 40 % weniger Zeitaufwand nötig, die Produktqualität ist höher denn je. Die Entwicklungskosten sanken, da weniger reale und somit entsprechend teure Prototypen angefertigt werden mussten. Weiterhin entfallen die früher mehrfach nötigen teuren Tage auf dem Prüfstand.

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